Mutter und Kind im Vordergrund

Mutter-Kind-Zentrum in Siegen

Siegen, 5. September 2017 (MKS) - Das Mutter-Kind-Zentrum in Siegen wird aktuell in den Medien diskutiert. Die gesamtgesellschaftliche Diskussion ist wichtig, da sie an einem elementaren, empfindlichen Punkt ansetzt: der Versorgungssicherheit von Babys und deren Mütter.

Gerade wegen der Emotionalität des Themas bedauern wir, das St. Marien-Krankenhaus Siegen, die DRK-Kinderklinik und das Kreisklinikum, dass es uns noch nicht gelungen ist, alle beteiligten Krankenhäuser von den Möglichkeiten eines neuen, ganzheitlichen Ansatz eines Mutter-Kind-Zentrums zu überzeugen. Wir möchten Ihnen mit diesen Zeilen unsere in Verantwortung für Mutter und Kind erstellte Konzeption ans Herz legen; diese können wir freilich in wenigen Zeilen nur streifen.

Sie basiert auf den Erkenntnissen mehrerer Gutachten renommierter, neutraler Institute, die sich umfassend über die bestehenden Versorgungsrealitäten und möglichen Verbesserungen für Siegen und darüber hinaus auseinandergesetzt haben. Wir knüpfen dabei an Lösungen an, die in anderen Regionen erfolgreich für Familien praktiziert werden.

Nachfolgend haben wir ein paar Gesichtspunkte formuliert, die uns hierzu wichtig erscheinen:

  • Seit Jahren engagieren sich Politik, Krankenkassen und Kliniken, eine tragfähige Lösung für die Perinatalversorgung in unserer Region zu schaffen. Die seit gut dreißig Jahren bestehende Lösung des zweigeteilten Betriebs eines Perinatalzentrums am Wellersberg und Rosterberg stellt uns nicht alleine aufgrund der räumlichen Entfernung dieser Standorte immer wieder vor Herausforderungen, die nur gemeinsam zu schultern sind. Auch die personellen Belastungen, aktuelle Beschlüsse des GBA und – nicht zuletzt – das Wohl von Mutter und Kind zwingen zum Handeln. Hierin sind sich alle Beteiligten einig.
     
  • Die Sicherung der Zukunftsfähigkeit der DRK-Kinderklinik in Siegen ist ein unumstößliches politisches Ziel, welches auch von breiten Teilen der Gesellschaft voll mitgetragen wird. Eine Herauslösung des Perinatalzentrums mit vollständiger Verlagerung des Bereichs an eine andere Siegener Klinik macht versorgungstechnisch keinen Sinn und schadet der DRK-Kinderklinik. Insofern sind tragfähige Lösungen an derem Standort weiter zu entwickeln.
     
  • Die DRK-Kinderklinik ist das Kompetenzzentrum für Kinder- und Säuglingsmedizin in Siegen und weit darüber hinaus. Keine andere Klinik in Siegen verfügt über das Know-how, spezialisierte Ärzte und Infrastruktur zur hochkomplexen Versorgung dieser überaus empfindlichen Patienten. Ein eigenständiger Aufbau einer solchen Infrastruktur in einer anderen Klinik ist vollkommen illusorisch und ohne eine vollständige Verlagerung der Kinderklinik völlig realitätsfremd.
     
  • Da dies allen Beteiligten klar war, ist bereits in den Strukturgesprächen  der Siegener Krankenhausträger in den Jahren 2013 und 2014 versucht worden, eine gemeinsame Lösung herbeizuführen. Die naheliegende Lösung (Konzentration aller Geburtshilfen und der Perinatalmedizin in ein neues Eltern-Kind-Zentrum am Wellersberg) scheitert bislang an Individualinteressen.
     
  • Die Beantragung von Mitteln aus dem Strukturfonds des Bundes für Versorgungskonzentrationen ist Ende des Jahres 2016 gestellt worden, um die gestellten Fristen der Antragstellung einzuhalten. Eine bis zu 50%-ige Förderung des Eltern-Kind-Zentrums war und ist für die Region eine einmalige Chance, Bundes- und Landesmittel hierfür zu gewinnen und diese unter den Nägeln brennende Versorgungsfrage finanziell vertretbar zu lösen.
     
  • Die Beteiligten sind sich der Verantwortung für eine solche Versorgungsform selbstverständlich bewusst. Dass hierbei nicht nur die Kinder, sondern auch die Sicherheit der Mütter im Fokus steht, versteht sich von selbst und ist wesentlicher Teil eines verantwortungsvollen Handelns, welches uns allen seit vielen Jahrzehnten zur Aufgabe gesetzt ist.
     

Wir, die 2/3 der medizinischen Versorgung in unserer Region sicherstellen, bedauern, dass Ängste entstanden und dies zu einer Verunsicherung geführt hat. Der „Wettbewerb“ unter den Klinken hat sicherlich auch seine guten Effekte in den letzten Jahren gehabt, darf aber bei diesem Thema nicht der bestimmende Aspekt sein. Deshalb suchen wir weiterhin nach einer gemeinsamen Lösung. Wir appellieren an die Beteiligten, das wechselseitig hohe Niveau anzuerkennen und eine gemeinsame Lösung anzustreben. Gemeinsam könnten wir noch viel mehr erreichen, das zeigt unser Fortkommen in Sachen Medizinerausbildung in Siegen, aber auch bei anderen Projekten, sehr eindrucksvoll.

Wir würden uns freuen, Sie von unserem Ansatz für eine bestmögliche Versorgung von Mutter und Kind überzeugen zu können. Wir haben ein exzellentes Konzept einer zukünftigen Eltern-Kind-Versorgung im Rahmen eines Eltern-Kind-Zentrums am Siegener Wellersberg in Zusammenarbeit der drei (hoffentlich zukünftig auch vier) Siegener Kliniken vorgelegt. Dieses Konzept wird die Versorgung der Frühgeborenen, Neugeborenen und der Mütter medizinisch, pflegerisch und auch im Hinblick auf das geplante Umfeld auf ein ganz neues Niveau heben und dauerhaft für die Region und darüber hinaus der Maßstab in der Eltern-Kind-Versorgung werden.

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