Darmkrebsprävention

Siegen, 12. März 2018 (MKS) - Anlässlich des „Darmkrebsmonats“ März informierte das St. Marien-Krankenhaus Siegen nun über die Dringlichkeit der Prävention bei der zunächst unbemerkbar voranschreitenden Krebserkrankung. „Darmkrebs wächst langsam und verursacht im Frühstadium keine Schmerzen oder Beschwerden. Ist die Krankheit bereits fortgeschritten, gibt es allerdings Symptome, die auf einen bösartigen Tumor im Darm hinweisen können“, sagt Chefarzt Dr. Heinrich Franz. Seine Klinik ist ein von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziertes Darmkrebszentrum.

Bei den meisten Betroffenen verursacht Darmkrebs lange keine Beschwerden. Frühe Stadien werden zumeist zufällig entdeckt, etwa bei einer Untersuchung aus ganz anderem Anlass. Die ersten Alarmzeichen, die ein bösartiger Tumor verursachen kann, sind so untypisch, dass sie meist nicht mit der Erkrankung in Zusammenhang gebracht werden. Dazu zählen beispielsweise eine verminderte Leistungsfähigkeit, häufige Müdigkeit, wiederholt leichtes Fieber oder Nachtschweiß. Auch veränderte Stuhlgewohnheiten wie ein besonders häufiger Stuhldrang oder auch wiederholte Verstopfung  zählen zu den möglichen Warnzeichen. Ein ständiger Wechsel zwischen Verstopfung und Durchfall sollte ebenfalls aufmerksam machen. Auch sichtbares Blut im Stuhl kann auf Darmkrebs hindeuten. Ebenfalls aufmerksam sollte man werden, wenn Schleim entsteht. Manche Betroffenen berichten zudem von besonders übel riechendem Stuhl, ohne dass sich dies durch bestimmte Lebensmittel erklären ließe. Führt ein wachsender Tumor zu Verengungen im Darm, kann der Stuhl bei manchen Patienten außerdem bleistiftdünn geformt sein. Auch häufige, starke Blähungen – mit möglichem Stuhlabgang – sowie Völlegefühl, obwohl man nicht viel gegessen hat, sollten immer ernstgenommen werden. Möglich ist zudem, dass ein Darmtumor Schmerzen beim Stuhlgang auslöst oder zu krampfartigen Bauchschmerzen führt.

„Da andere Magen-Darm-Erkrankungen ähnliche Warnsignale aussenden, ist es wichtig, die Beschwerden schnell abklären zu lassen“, warnt der Chefarzt. So führe beispielsweise eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ebenfalls zu Verdauungsbeschwerden. Und hinter Blutungen könnten auch Hämorriden stecken. In einem sehr frühen Stadium Darmkrebs zu erkennen, ist nur im Zuge der Vorsorge möglich. Wer die Darmspiegelung nach Abwägung aller Vor- und Nachteile ablehnt, kann alternativ einen Stuhltest machen. Ist der Befund positiv, sollte der Betroffene unbedingt gleich mit seinem Arzt sprechen. Ein positives Ergebnis bedeutet nämlich nicht, dass der Patient Krebs hat. Blut im Stuhl kann auch andere Ursachen haben. Um das zu klären, ist bei positivem Befund aber eine Darmspiegelung nötig. Ab 55 Jahren gehört auch die Darmspiegelung (Koloskopie) zu den Vorsorgeleistungen der gesetzlichen Krankenkassen.

„Die Darmspiegelung ist die zuverlässigste Untersuchung zur Darmkrebserkennung und kann die Heilungschancen deutlich erhöhen", erklärt Dr. Heinrich Franz, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie im St. Marien-Krankenhaus Siegen. „Bei der Kontrolle wird dem Patienten ein Endoskop in den Darm eingeführt, welches mit einer kleinen Zange ausgestattet ist. Findet der Arzt einen Polypen, aus dem sich Darmkrebs entwickeln könnte, trennt er diesen von der Schleimhaut des Dickdarms ab.“

Menschen mit einem erhöhten Krebsrisiko können mit den Früherkennungsmaßnahmen bereits früher beginnen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn in der Familie bereits Darmkrebsfälle bekannt sind oder Darmkrebsvorstufen entdeckt wurden. Auch Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, etwa Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa, können die Untersuchungen zeitiger wahrnehmen. Am besten besprechen Sie es mit Ihrem Hausarzt, wann es sinnvoll ist, mit der Früherkennung zu beginnen.

Auch wenn die Früherkennungsuntersuchungen heute eine hohe Qualität haben: „Einen hundertprozentigen Schutz können sie nicht bieten. Es lässt sich nie ganz ausschließen, dass Menschen, obwohl sie regelmäßig zur Kontrolle gegangen sind und gesund gelebt haben, an Darmkrebs erkranken“, sagt Dr. Franz. Fehler im genetischen Code würden oft rein zufällig entstehen. Die Diagnose einer Darmkrebserkrankung bedeute nicht, etwas falsch gemacht oder übersehen zu haben oder gar „Schuld“ an der Erkrankung zu tragen.

Trotzdem kann man mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, sein persönliches Erkrankungsrisiko zu senken. Wichtig ist, dass man sich ausreichend bewegt und Übergewicht vermeidet. Ballaststoffe, wie sie etwa in Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten enthalten sind, tun dem Darm gut. Fleisch sollte nur in Maßen auf dem Speiseplan stehen, Alkohol nur selten und in kleinen Mengen konsumiert werden. Auf Zigaretten verzichtet man am besten ganz.