Geschichte

„Die Einlösung der Aktie übernimmt der große Zahlmeister des Himmels und der Erde.“ So steht es auf der Gründungsaktie des St. Marien-Krankenhauses Siegen, welche im Jahr 1858 in einer Stückzahl von 15.000 ausgegeben wurde.

Diese zur damaligen Zeit ungewöhnliche Finanzierung ermöglichte im Jahr 1861 die Eröffnung des Krankenhauses an der Ecke Pfarrstraße / Höhstraße in Siegens Altstadt. Die Leitung übernahmen zwei Schwestern der Genossenschaft der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vincenz von Paul zu Paderborn.

Schon bald waren die vorhandenen 11 Betten ausgelastet, so dass sich der Träger zu einem Neubau am heutigen Standort entschloss. Nach der Einweihung im Jahr 1869 standen 30 Betten für die allgemein-medizinische Behandlung zur Verfügung. In den nächsten Jahrzehnten entwickelte sich das St. Marien-Krankenhaus zu einem festen Bestandteil der medizinischen Versorgung in Siegen.

Größtes Krankenhaus in der Region

Aufgrund des regen Zuspruches erfolgten bauliche Erweiterungen in den Jahren 1905/1906, 1914/1918 sowie 1928/1930. Mit 285 Betten war das St. Marien-Krankenhaus bereits Anfang der 30er Jahre das größte und modernste im weiteren Umkreis. Leider überstand das St. Marien-Krankenhaus den 2. Weltkrieg wie so viele Häuser in Siegen nicht unbeschadet. Konnte am 15.12.1944 noch die letzte Rate der letzten Hypothek zurückgezahlt werden, folgte am Tag darauf die völlige Zerstörung durch einen Bombenangriff. Die Behandlung der Patienten erfolgte nun provisorisch in den Luftschutzbunkern. Seit dem Ende des 2. Weltkrieges erfuhr das St. Marien-Krankenhaus zahlreiche bauliche Erweiterungen. In den ersten 10 Jahren nach Ende des Krieges erfolgte der Wiederaufbau auf den alten Fundamenten. In den 60er und 70er Jahren das Bettenhaus, der Behandlungstrakt sowie der 12-geschossige Verkehrsturm errichtet. Im Jahr 2001 wurde ein neuer Anbau errichtet und im Jahr 2004 der bestehende „Altbau“ vollständig erweitert. Die Neustrukturierung und Erweiterung des Untersuchungs- und Behandlungsbereichs wurde im Jahr 2010 abgeschlossen - neu entstanden sind eine Zentral-Endoskopie, eine Notaufnahme und eine Geburtshilfe sowie ein neuer Zentral-OP mit acht Sälen.

Moderne Strukturen bei Medizin und Management

Parallel hierzu verlief der Ausbau der medizinischen und pflegerischen Schwerpunkte und Kompetenzen. Im Rahmen der acht Hauptfachabteilungen, einer Belegabteilung und der Krankenhaus-Apotheke ist dies in den letzten Jahren insbesondere in den Bereichen der Herz-Kreislauf-Erkrankungen, der Skeletterkrankungen und der Tumorerkrankungen geschehen. Das Krankenhaus ist operativer Standort des Brustzentrums Siegen-Olpe sowie Standort des Marien Gelenkzentrums, des Marien Darmzentrums und des Marien Gynäkologisches Krebszentrums.

Im Jahr 1988 wurde das St. Marien-Krankenhaus Siegen als erstes Krankenhaus im Erzbistum Paderborn in die Rechtsform einer GmbH umgewandelt, um neben medizinischen Innovationen auch modernen und wirtschaftlicheren Unternehmensstrukturen Raum zu bieten. Als konsequente Weiterentwicklung hin zu einem ganzheitlichen Anbieter von Gesundheits- und Pflegeleistungen ist daher auch die Gründung der GSS Gesundheits-Service Siegen gem. GmbH und die Bildung des integrierten Gesundheitsunternehmens im Jahr 1996 zu sehen. Im Jahr 2005 wurde die MVZ Medizinisches Versorgungszentrum am St. Marien-Krankenhaus Siegen GmbH gegründet.

Integriertes Gesundheitsunternehmen

Im integrierten Gesundheitsunternehmen konzentriert sich das St. Marien-Krankenhaus Siegen auf die klassischen Kernaufgaben eines Krankenhauses während die GSS komplementäre Aufgeben wahrnimmt und als Betreiber von Wohn- und Pflegeeinrichtungen (Marienheim, Haus St. Elisabeth, Haus St. Klara, Haus St. Raphael und Haus Mutter Teresa), von Service-Wohnanlagen, von Café-Einrichtungen und als Betreiber des Therapiezentrums auftritt. auftritt. Mit dem MVZ wird die fachübergreifende Zusammenarbeit unterschiedlicher medizinischer Fachgebiete erreicht. Dieses besitzt mit den Disziplinen Kardiologie, Hämatologie und Onkologie, Gynäkologie, Chirurgie, Orthopädie, Kardiologie, Strahlentherapie sowie Diagnostische Radiologie mehrere Filialen in den Kreisen Siegen-Wittgenstein und Altenkirchen. 2014 wurde in der Siegener Sandstraße das Ambulante Zentrum Albertus Magnus eröffnet.

Als Mitgründer der Katholischen Sozialstiftung Siegen-Wittgenstein im Jahr 2010 trägt das St. Marien-Krankenhaus Siegen dem Bedürfnis weiter katholischer Bevölkerungsschichten Rechnung, soziale Projekte in der Region nachhaltig zu fördern.

Heute, mehr als 150 Jahre nach Gründung, stellt das integrierte Gesundheitsunternehmen neben der Versorgung der Bevölkerung auch einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor und mit über 1.800 Mitarbeitern einen der größten Arbeitgeber für die Stadt und die Region dar.

schuldenfreier Trümmerhaufen