Professionelle Begleitung der dementiell veränderten Bewohner

Demenz – für viele ältere Menschen eine gefürchtete Diagnose. Auch wir beobachten einen wachsenden Anteil von an einer Demenz erkrankten Bewohner. Haus St. Elisabeth sieht es als eine besonders wichtige Aufgabe an, diese Bewohner zu schützen, ihnen die nötige Sicherheit zu geben und ihr Selbstvertrauen zu stärken. Konzeptionell beruht unsere Arbeit mit den dementiell veränderten Bewohnern auf drei Säulen:

Verstehender Umgang. Der Demenzkranke fühlt sich in seiner aktuellen Welt immer weniger zu Hause; er erlebt sie als unberechenbar und zum Teil sogar Furcht einflößend. Um ihm Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln, sehen wir in einem angemessenen verstehenden Umgang eine wesentliche Voraussetzung für eine professionelle Betreuung. Unsere Grundhaltung in der Betreuung ist daher geprägt von Einfühlungsvermögen, positiver Wertschätzung und Beachtung der individuellen Bedürfnisse. Hilfreich ist dabei eine Orientierung an den Ressourcen, den Fähigkeiten und Fertigkeiten des dementiell veränderten Bewohners, die es zu erhalten und zu fördern gilt.

Durch das Verständnis für bestimmte Verhaltensweisen wird der Aufbau einer vertrauten Atmosphäre ermöglicht.

Biographiearbeit. Für eine individuelle Pflege und Betreuung ist eine möglichst umfangreiche Kenntnis der Lebensgeschichte des Bewohners von entscheidender Bedeutung. Nur so können Äußerungen, Handlungen und Gefühle in einen sinnvollen Zusammenhang zur Biographie gebracht und so auch verstanden werden.

Wichtige Inhalte sind dabei Lebenserinnerungen, Geschichten von Erlebnissen, Personen und Orten, die im Leben des Bewohners eine Rolle gespielt haben. Auch sollen biographisch bedeutsame soziale Kontakte erhalten und gestärkt werden.

Gestaltung des Umfelds. Ziel der milieutherapeutischen Gestaltung ist die Erleichterung der Orientierung und die Steigerung des Wohlbefindens der Bewohner. Grundsätzlich gilt es, den Bereich für dementiell veränderte Bewohner so „normal“ wie möglich zu gestalten, ihn also an die Welt des Demenzkranken anzupassen. Daher wird bei der Einrichtung der Zimmer auf Mobiliar geachtet, dass an die Biographie des Bewohners anknüpft. Viele Bewohner bringen Sitz- oder Kleinmöbel, Uhren und Ähnliches mit und gestalten ihre Wohnung somit ganz individuell.

Auch die Alltagsstrukturierung gehört zur Milieugestaltung; Grundlage ist dabei immer der bewohnereigene Lebens- und Beschäftigungsrhythmus. Gleichmäßige, immer wiederkehrende Strukturen und Rituale geben dem Demenzkranken Sicherheit und Halt.

Auf der Grundlage eines neuen Betreuungskonzept wurde im Jahr 2002 im Haus St. Elisabeth Netphen eine Wohngruppe für dementiell veränderte Bewohner geschaffen. Im Jahr 2006 wurde eine weitere Gruppe geschaffen.