Praxisanleitung

Im St. Marien-Krankenhaus Siegen werden in jedem Jahr ca. 30 Auszubildende eingestellt, die sich in der Gesundheits- und Krankenpflege ausbilden lassen wollen. Die Auszubildenden verbringen einen großen Teil ihrer Lehrzeit in Unterrichtsblöcken an unserer Krankenpflegeschule, den größeren Anteil jedoch in den praktischen Ausbildungseinsätzen.

Wir betreuen unsere Krankenpflegeschüler umfassend in ihrer praktischen Ausbildung und stellen allen ein breites Angebot an Beratung und Begleitung in der Praxis zur Verfügung. In dem seit 2004 geltenden Krankenpflegegesetz ist zudem festgeschrieben worden, dass alle Auszubildenden in den Einsatzorten praktischer Ausbildung durch Praxisanleiter verantwortlich betreut werden. Ziel ist es, die Schüler und Schülerinnen an die Wahrnehmung der beruflichen Aufgaben heranzuführen. Daher ist es sinnvoll, Personen mit den Aufgaben der Praxisanleitung zu betrauen, die über eine Berufserfahrung von mindestens zwei Jahren sowie eine berufspädagogische Zusatzqualifikation von mindestens 200 Stunden verfügen.

Wir haben bereits im Jahr 2000 diese Notwendigkeit erkannt und frühzeitig begonnen, engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch eine berufspädagogische Weiterbildung zu Mentoren und nachfolgend zu Praxisanleitern zu qualifizieren. Derzeit arbeiten rund 50 pädagogisch ausgebildete Pflegekräfte in allen Einsatzbereichen praktischer Ausbildung.

Deren Aufgabenbereich erstreckt sich auf folgende Gebiete:

  • Sie stehen in der Verantwortung, die Krankenpflegeschüler vom 1. bis zum 3. Ausbildungsjahr gezielt und geplant anzuleiten. Dazu zählt eine intensive Vorbereitung auf die Anleitungssituation, sowie eine Nachbereitung mit einem Reflexionsgespräch. Die Zustimmung von Patienten zur Teilnahme an einer solchen Praxisanleitung ist dabei immer einzuholen.
  • Um eine intensive Verknüpfung zwischen der Theorie und der Praxis zu ermöglichen, erhalten die Krankenpflegeschüler Lernaufgaben für die Praxis, bei deren Bearbeitung sie ebenfalls durch die Praxisanleiter unterstützt werden.
  • Nach Beendigung des Praxiseinsatzes führen die Praxisanleiter Auswertungsgespräche und jeder Krankenpflegeschüler erhält einen aussagekräftigen Beurteilungs- und Förderbogen.
  • Alle Praxisanleiter nehmen regelmäßig an speziellen Fortbildungsangeboten teil.
  • Ein Lehrer unserer Krankenpflegeschule steht hauptberuflich als Koordinator für die Praxisanleitung zur Verfügung. Seine Aufgaben umfassen:
  • Intensive Praxisanleitungen mit Krankenpflegeschülern im Stationsalltag gestalten
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Praxisanleiter durchführen
  • Einsatzbereiche in praktischen Ausbildungsfragen beraten


Weiterhin ist jeder Kursleiter verpflichtet, die Schülerinnen und Schüler seines Kurses zwecks einer Praxisbegleitung in der Praxis zu besuchen. Bei den Besuchen führen die Kursleiter in der Regel intensive Reflexionsgespräche über den Ausbildungsverlauf sowohl mit den Schülerinnen und Schülern, als auch auf Wunsch mit den beteiligten Stationsleitungen. Zusätzlich sind allen Lehrkräften der Krankenpflegeschule bestimmte Fachabteilungen zugeordnet, die in regelmäßigen Abständen besucht werden.

Seit vielen Jahren hat sich die Maßnahme bewährt, schon im ersten praktischen Einsatz jedem Unterkursschüler einen persönlichen Tutor aus dem Oberkurs zuzuteilen. Dieser ist dafür verantwortlich, den neuen Schüler sicher in den Ablauf des Stationsalltags einzuführen und die wesentlichen Abteilungen und Kliniken des Krankenhauses vorzustellen. Dazu erhalten beide Schüler einen Arbeitsauftrag, der zum Abschluss schriftlich ausgearbeitet werden muss.

Für eine optimale Ausbildung unserer Gesundheits- und Krankenpflegekräfte sehen wir uns in der Verantwortung, letztlich gehört der Alltagsbetrieb auf jeder Station zum Ausbildungsalltag.