Zentrum für Minimal-invasive Chirurgie

Das St. Marien-Krankenhaus Siegen bündelte 2009 mit der Gründung des Zentrums für minimal-invasive Chirurgie (MIC-Zentrum) unter der fachlichen Leitung von Dr. Dietmar Stephan seine Kompetenzen im Bereich der Schlüssellochchirurgie.

Politik der kleinen Schnitte

Seit Mitte der 1990er Jahre hat die so genannte minimal-invasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) nahezu sämtliche Fachdisziplinen der operativen Medizin in einer beispiellosen Weise revolutioniert. Viele Operationen, für die früher ausgedehnte Schnittführungen notwendig waren, können mittlerweile mit der gleichen Sicherheit für den Patienten durch kleine Schnitte mit bis zu zwei Zentimetern Länge risikoarm durchgeführt werden. Voraussetzungen hierfür waren die Entwicklung der entsprechenden Techniken und Instrumente.

Moderne bildgebende Verfahren übertragen Aufnahmen aus dem Körperinneren auf einen Bildschirm, der dem Operateur bei der „Navigation“ durch die Organe unterstützt. Über Arbeitskanäle werden feinste Scheren, Greifzangen und elektrochirurgische Instrumente platziert, mit denen dann unter videoendoskopischer Sicht die entsprechenden Eingriffe vorgenommen werden. Für die meisten minimal-invasiven Operationen im Bauchraum und im Brustkorb sind zwischen zwei und maximal sechs winzige Schnitte erforderlich. Das Vermeiden eines großen herkömmlichen Schnittes bringt den Patienten viele Vorteile: Insbesondere sind die Wundschmerzen – wenn überhaupt vorhanden – nach dem Eingriff wesentlich geringer, so dass nach dem operativen Eingriff deutlich weniger Schmerzmittel benötigt werden.

Vorteile der minimal-invasiven Chirurgie

Da Schmerzmittel häufig als Nebenwirkung ermüdend wirken und Brechreiz auslösen können, bedingt dieser Minderverbrauch eindeutig gebessertes Allgemeinbefinden der Patienten in den ersten Tagen nach einer Operation. Das frühzeitige Verlassen des Bettes beispielsweise zum Toilettengang wird beschleunigt und ist deutlich angenehmer. Durch die Bettruhe bedingte Komplikationen wie beispielsweise Lungenentzündungen und Blutgerinselbildungen in den Beinvenen (Thrombosen) sind wesentlich seltener. Insgesamt ist das Risiko – auch bedingt durch die insgesamt verminderte Stressreaktion des Körpers – bei minimal-invasiven Operationen geringer als bei den meisten ‚herkömmlichen’ offenen Eingriffen. Die Verweildauer im Krankenhaus ist gegenüber der offenen Chirurgie, die freilich nicht durch die minimal-invasive Chirurgie ins Abseits gerückt wird, deutlich verkürzt. So können viele Patienten können bereits nach wenigen Tagen das St. Marien-Krankenhaus Siegen wieder verlassen und rasch in ihr gewohntes soziales und berufliches Umfeld zurückkehren.

Auch auf lange Sicht haben die im MIC-Zentrum des St. Marien-Krankenhauses Siegen eingesetzten Schlüssellochverfahren deutliche Vorteile. Die Operationsnarben sind sehr klein und häufig kaum noch sichtbar, was nicht nur von unseren Patientinnen besonders geschätzt wird.

Operationsbedingte Verwachsungen, insbesondere im Bauchraum, fallen deutlich geringer aus als nach offenen Methoden. Dadurch sinke das Risiko für verwachsungsbedingte Darmverschlüsse, welche auch viele Jahre nach einer Operation noch auftreten könnten. Außerdem ist das Risiko für die Entstehung von Bauchdeckenbrüchen im Bereich der Operationsnarben weitgehend zu vernachlässigen. Die minimal-invasive Chirurgie bildet einen ganz besonderen Arbeitsschwerpunkt unserer Klinik. Auf dem Gebiet der Allgemein- und Visceralchirurgie werden bei uns zahlreiche etablierten Verfahren der minimal-invasiven Chirurgie mit sehr guten Erfolgen durchgeführt.

So wird beispielsweise der entzündete Wurmfortsatz (Blinddarmentzündung) routinemäßig minimal-invasiv entfernt. Leistenbruchoperationen werden sowohl ein- als auch beidseitig und auch nach bereits früher vorgenommenen Bruchoperationen mit endoskopischen Verfahren extrem schonend und effektiv therapiert. Die Patienten können anschließend bereits nach wenigen Tagen wieder ihren gewohnten beruflichen und sportlichen Aktivitäten nachgehen. Wir verfügen auch über sehr gute und langjährige Erfahrungen bei minimal-invasiven Eingriffen an der Galle.