Wissenswertes zur Identifizierung und zum Auffinden wissenschaftlicher Publikationen

Seit 2004 werden zunehmend mehr Publikationen mit einer DOI-Nummer versehen. Die Vergabe von DOI-Nummern ist heutezutage die Regel. Ein Digital Object Identifier (abgekürzt DOI, übersetzt etwa Bezeichner für digitale Objekte) ist ein eindeutiger und dauerhafter Identifikator für digitale Objekte und wird vor allem für Online-Artikel von wissenschaftlichen Fachzeitschriften verwendet. Das DOI-System ist vereinfacht ausgedrückt mit ISBN und ISSN vergleichbar, geht jedoch durch seine integrierte Lokalisierungsfunktion darüber hinaus.

Digitale Objekte lassen sich im Internet über die Adresse, unter der sie abgelegt wurden, ansprechen. Eine Möglichkeit dazu stellt der Uniform Resource Identifier (URI) dar, unter der Voraussetzung, dass die Adresse dauerhaft erhalten bleibt. Im Allgemeinen sind Adressen im Internet jedoch mehr oder weniger kurzlebig. DOI schafft ein System, das ein Objekt selbst identifiziert – nicht den Ort oder die Ressource, unter der es (momentan) abgelegt ist. Allerdings wäre eine Objektidentifizierung allein ungenügend, um den Zugriff auf ein bestimmtes Objekt zu ermöglichen (was nützt es, ein Objekt zwar eindeutig zu identifizieren, ohne zu wissen, wo man es bekommen kann).

Um den Zugriff auf identifizierte Objekte zu ermöglichen, stellt die International DOI Foundation (IDF) als Betreiber des DOI-Systems ein System zur Verfügung, das dem DOI den (oder die) aktuellen Standort(e) des Dokuments zuordnet. D.h. es kann über den DOI jedem digitalen Objekt ein URI zugeordnet werden. Wenn sich der Standort (also der URI) eines digitalen Objektes ändert (z.B. weil der Inhalte-Anbieter seinen Server umstrukturiert), so hat dies keinen Einfluss auf den DOI, es muss lediglich die Zuordnung in der DOI-Datenbank aktualisiert werden. Bei der Adressierung eines Dokuments über den DOI erfolgt eine Weiterleitung zu der URI, unter der das Objekt aktuell verfügbar ist, oder, wenn das Objekt an mehreren Orten abgelegt ist, zu einer Übersicht der zugehörigen URIs.

Beispiele

Das Objekt mit doi:10.1016/j.lungcan.2007.10.005 wird gefunden, indem man entweder den DOI in die dafür vorgesehene Eingabemaske (DOI Resolver) der DOI-Stiftung einträgt dx.doi.org, oder indem man direkt zur URI dx.doi.org 10.1016/j.lungcan.2007.10.005 geht, das heißt, indem man dem DOI die URI des DOI-Proxyservers dx.doi.org voranstellt.

Manchmal findet man das Dokument auch, indem man die DOI-Nummer in die Google Suchzeile einträgt. Wichtig ist die komplette Adresse, inklusive der Term doi:……. Eine mit einer DOI-Nummer versehene Publikation ist veröffentlicht und durch Angabe der DOI voll zitierfähig. Dies ermöglicht den Verlagen angenommene Veröffentlichungen lange vor dem Druck, der je nach Anzahl der in der „Warteschlange“ befindlichen Manuskripte oft erst Monate später erfolgen kann, sofort online im Internet im Volltext zur Verfügung zu stellen. Die herkömmliche Zitierweise (Journal, Jahrgang, Band/Heft, Seiten) bleibt natürlich weiterhin erhalten, steht jedoch erst dann zur Verfügung, wenn der Artikel gedruckt ist.