Wie wirkt die Strahlentherapie?

Ionisierende Strahlung ist eine „Wachstumsbremse“ für lebendes Gewebe. Sie bewirkt eine Hemmung der Zellteilung. Die kleinste funktionsfähige Einheit jedes lebenden Organismus – und auch jedes Tumors – ist die Zelle. Die meisten Zellen haben nur eine begrenzte Lebensdauer und müssen fortlaufend ersetzt werden. Dies geschieht durch Teilung der Zellen. Die Zellteilung ist eine Basisfunktion des Lebens. Nur wenn sie ungestört abläuft, können Organe ihre „Arbeit“ leisten. Auch das Wachstum eines Tumors wird über Zellteilung geregelt.

Die Hauptwirkungen der Stahlenbehandlung besteht in der Verzögerung oder sogar Verhinderung der Zellteilung, wobei Tumorzellen in sehr viel größerem Ausmaß abgetötet werden als die Zellen des gesunden Gewebes, welche sich wieder erholen und regenerieren können. Die Strahlenbehandlung ist bezogen auf den Ort der Bestrahlung im Allgemeinen wirksamer als eine Chemotherapie, während eine Chemotherapie oft weniger wirksam ist, jedoch wenn sie wirkt den ganzen Körper erfasst.

Deshalb wird die Strahlentherapie als „lokale“ Behandlung meist als alleinige Methode oder zusätzlich nach operativer Entfernung des Primärtumors eingesetzt, während die Chemotherapie als „systemische“ Behandlung bei soliden Tumoren zur Anwendung kommt, wenn sich bereits zahlreiche Tochtergeschwülste („Metastasen“) in diversen Organen gebildet haben, da eine Strahlenbehandlung ganzer Organe bzw. großer Körperabschnitte ohne das Risiko von Schädigungen nicht möglich ist.