Was passiert am Linearbeschleuniger?

Die Simulatoraufnahmen sind nun bearbeitet worden und mit Markierungen für die Abdeckungen versehen. Die Abdeckungen werden unter das Strahlengerät gestellt oder am Gerät selber „ausgefahren“. Sie decken die gesunden Organe oder Körperregionen ab, die nicht bestrahlt werden sollen. Keine Angst, es wird kein Blei auf Ihren Körper gestellt. Sie brauchen keine Platzangst zu haben. Der Strahlenraum ist groß und die MTRA wird versuchen, Ihnen die Angst vor der Bestrahlung zu nehmen. Sie werden nun von dem Arzt und der MTRA in die optimalen Bestrahlungsposition gebracht. Es ist wie schon wie bei der Einzeichnung am Simulator wichtig, dass Sie ruhig liegen bleiben. Die Markierungen auf Ihrer Haut dienen dazu, Sie bei jeder Bestrahlung richtig zu lagern. Mit Hilfe von Decken- und Wandlasern stellen wir nun das Zielvolumen der Bestrahlung genau ein. Bei der ersten Bestrahlung werden Sie etwas länger auf dem Tisch liegen, weil noch einmal Kontrollaufnahmen angefertigt werden. Während der Bestrahlung sind Sie alleine im Bestrahlungsraum. Der Raum wird mit einer Kamera überwacht, so dass das Personal Sie ständig im Blick hat. Auch ist Sprechkontakt möglich. Die Routinebestrahlung dauert nur ein paar Minuten. Sie bekommen nun Ihren persönlichen Termin für die täglichen Strahlenbehandlungen. Es wird an 5 Tagen in der Woche bestrahlt (Montag bis Freitag). Sie haben jederzeit Gelegenheit, mit dem Arzt der Ihr Bestrahlungsgerät betreut zu sprechen. Auch der Chefarzt steht Ihnen nach Voranmeldung wie beim ersten Gespräch zu weiteren persönlichen Gesprächen zur Verfügung. Die Bestrahlung ist ein komplexer physikalischer Vorgang. Es wird mit „Elektronen“ oder „Photonen“ bestrahlt. Photonen oder Elektronen werden im Bestrahlungsgerät „Linearbeschleuniger“ erzeugt. Elektronen sind „Elementarteilchen“ und für oberflächennahe Zielvolumina (Tumoren) geeignet; Photonen sind elektromagnetische Wellen, die keine Masse besitzen und in die Tiefe eindringen. Somit hat man die Möglichkeit in unterschiedlichen Tiefen zu bestrahlen. Sehr oft werden Elektronen und Photonen in unterschiedlichen Feldanordnungen kombiniert um das gesamte Zielvolumem optimal zu erfassen. Hierfür ist oft eine erneute Simulation und Anzeichnung der Bestrahlungsfelder erforderlich. Aus der Änderung der Bestrahlungsfelder darf nicht geschlossen werden, dass sich das Tumorleiden verschlechtert hat oder dass die anfängliche Einstellung der Bestrahlungsfelder nicht in Ordnung gewesen war. Der Sie betreuende Arzt wird Ihnen die einzelnen Schritte der Strahlenbehandlung erklären. Haben Sie auch keine Scheu, gezielte Fragen zu stellen.