Definition des Ganglions

Ganglien (Überbeine) sind die im Bereich der Hand und des Handgelenkes am häufigsten zu findenden gutartigen Tumoren (Schwellungen). Ganglien gehen von Gelenkkapseln und Sehnenscheiden aus, es sind kugelförmig-ovale, teilweise sackförmige Gebilde mit einem Stiel, der sie mit einer Gelenkapsel oder einer Sehnenscheide verbindet; sie sind mit einer mehr oder weniger flüssigen bis gallertartigen, meist klaren Substanz gefüllt.

Bei der Untersuchung entsteht so der Eindruck eines Wasserkissens oder einer prall-elastischen Schwellung. Ganglien können an allen Gelenken und Sehnenscheiden von Hand und Handgelenk auftreten, es gibt jedoch bevorzugte Lokalisationen:

  1. Übergang Handgelenk - Handwurzel streckseitig - speichenseitig
  2. Übergang Handgelenk - Handwurzel beugeseitig - speichenseitig
  3. In der Höhe der Langfingergrundgelenke beugeseitig als sog. Ringbandganglion.
  4. Im Bereich der Langfingerendgelenke streckseitig als sog. degenerative Gelenkzyste im Rahmen degenerativer Gelenkveränderungen (Heberden-Arthrosen).
  5. Im Handrückenbereich, ausgehend von Strecksehnenscheiden, hier auch Hygrom genannt.

Ursachen des Ganglions

Ganglien sind immer gutartig! Eine eindeutige Ursache kann man nicht angeben, diskutiert werden Verletzungen, Verschleißerscheinungen oder, wohl am häufigsten, anlagebedingte, lokale Schwachstellen der Gelenkkapseln oder der Sehnenscheiden. Die in Gelenk oder Sehnenscheiden unter mehr oder weniger starkem Druck stehende Flüssigkeit kann im Bereich von Schwachstellen der Gelenkkapseln oder Sehnenscheiden "hervorquellen" und das Ganglion füllen. Je nach Lokalisation und Größe können unterschiedliche Beschwerden auftreten:

1. Handgelenks - Ganglion

  • Größe: unterschiedlich, selten jedoch über 2 cm Durchmesser
  • Schmerzen: unabhängig von der Größe (auch kleine Ganglien können weh tun); selten ist der Schmerz erstes Zeichen eines noch nicht sichtbaren, entstehenden Ganglions.
  • Bewegungseinschränkung: abhängig von Schmerz und Größe des Ganglions, jedoch selten.
  • Kosmetische Störung: in Abhängigkeit von Größe und Lage des Ganglions.

 

2. Ringband - Ganglion

  • Größe: unterschiedlich, in der Regel nicht über 1 cm Durchmesser.
  • Schmerzen: typischer Druckschmerz beim Greifen des Lenkrades, des Fahrradlenkers, eines Türgriffes etc.
  • Bewegungseinschränkung: in Abhängigkeit von Größe und Schmerz, jedoch selten.

 

3. Degenerative Gelenkzyste

  • Größe: unterschiedlich, in der Regel 0.5 - 1.0 cm
  • Schmerzen: unabhängig von der Größe, meist überlagert vom Schmerz bei der zugrundliegenden Arthrose des betroffenen Fingerendgelenkes.
  • Bewegungseinschränkung: meist verursacht durch die Arthrose
  • Nagelfehlwachstum: je nach Lage der Zyste zur Nagelwurzel

 

4. Strecksehnenhygrome

  • Größe: unterschiedlich, wechselnd, können wesentlich größer als Ganglien werden
  • Beschaffenheit: im Gegensatz zu Ganglien eher weich-elastisch
  • Schmerzen: unabhängig von der Größe, eher selten
  • Bewegungseinschränkung: selten
  • Kosmetische Störung: in Abhängigkeit von Größe und Lage des Hygroms

Diagnostik des Ganglions

In der Regel sichern die typische Vorgeschichte (Anamnese) und die klinisch-handchirurgische Untersuchung mit Feststellung der beschriebenen Symptome die Diagnose. Die Haut über dem Ganglion ist in der Regel gut verschieblich, das Ganglion selbst hängt der Gelenkkapsel oder der Sehnenscheide fest an und ist nur gering verschieblich. Nur bei längerem Stiel eines Ganglions kann eine größere Verschieblichkeit vorliegen. Die Größe der Ganglien kann zu- und abnehmen, zeitweise können sie spontan kleiner werden und auch dauerhaft verschwinden.

Eine endgültige Diagnose ist nur möglich durch Punktion des Tumors mit Gewinnung der typischen Flüssigkeit oder durch die operative Entfernung mit feingeweblicher Untersuchung. Die feingewebliche (histologische) Untersuchung ist erforderlich, da auch andere gutartige und sehr selten (!) bösartige Tumoren wie ein Ganglion erscheinen können. Um Verletzungen oder Veränderungen der Knochen und/oder Gelenke vor einer Operation abzuklären, ist eine Röntgenuntersuchung der betroffenen Region, ggf. auch der Gegenseite in zwei Ebenen erforderlich.