Vordere Kreuzbandplastik

Eine individuelle Therapieplanung mit Berücksichtigung der beruflichen und sportlichen Aktivitäten des Patienten ist unabdingbar. Dies betrifft auch die Wahl des Sehnentransplantates.

Das Standardverfahren ist hier die minimalinvasive arthroskopische vordere Kreuzbandrekonstruktion mittels freiem autologen Sehnentransplantat.

Transplantatwahl

Der Vorteil des erfahrenen orthopädischen Chirurgen liegt darin, dass er durch Kenntnis und entsprechender operativer Fähigkeit flexibel und individuell das am besten passende Transplantat für den jeweiligen Patienten auswählen kann. Ein Trend weg von der Patellarsehne und hin zu den Hamstringsehnen als Transplantat ist deutlich erkennbar.

Folgende Transplantate werden bei uns in folgender Reihenfolge verwendet:

  • Semitendinosussehne (Hamstrings)
  • Gracilissehne (Hamstrings)
  • Quadricepssehne
  • Patellarsehne
  • Tractus-iliotibialis-Streifen
  • Allogenes Sehnentransplantat
  • Sehnen der kontralateralen Seite
     

OP-Technik

Beschrieben wird hier das Standardverfahren der Doppel-Bündel-Technik mit Hamstringsehnen arthroskopisch assistiert.

Es erfolgt nach arthroskopischer Diagnostik zunächst die Sehnenentnahme am gleichen Bein. Hierzu erfolgt eine Hautinzision am medialen Unterschenkel und die Präparation der Semidendinosissehne und wenn nötig auch der Gracilissehne. Hieraus erfolgt die Präparation des freien Sehnentransplantates, meist als doppelt gelegte Sehne.

Es erfolgt dann die Tunnelplatzierung im Ober- und Unterschenkel, im ehemaligen Ansatzbereich des natürlichen vorderen Kreuzbandes.

Die Fixation am Oberschenkel erfolgt mit speziellen Button-Systemen, am Unterschenkel mit Bio-Schrauben. Im Einzelfall bzw. bei Revision kann das Verfahren und das Transplantat erheblich vom Standardverfahren abweichen.