Traumatische Knorpel-Verletzungen

Wie entsteht ein Knorpelschaden?

Der traumatische Knorpelschaden entsteht infolge von Gelenkverrenkungen oder – verdrehungen, dabei scheren Gelenkflächenanteile gegeneinander oberflächliche rein chondrale (knorpelige) oder osteochondrale (kombiniert knöchern – knorpelige) Fragmente oder Flakes ab. Häufig sind dabei Verletzungen des Gelenkbinnenraumes vergesellschaftet. So kommen am Kniegelenk oftmals Kreuzband oder begleitende Meniskus- oder Seitenbandschäden vor. In gleicher Weise trifft das auch für das Sprunggelenk zu.

Der sogenannte degenerative (abnutzungsbedingte) Knorpelschaden kann viele verschiedene Ursachen haben. Neben Folgen nach stattgehabten Unfällen, sind Beinachsenfehlstellungen, Stoffwechselerkrankungen oder entzündliche Gelenkerkrankungen als Beispiele zu nennen.

Wie kann ein Knorpelschaden erkannt werden?

Beim traumatischen Knorpelschaden gibt der Unfallhergang einen Anhaltspunkt eine Knorpelverletzung zu vermuten.

Rein symptomatisch bestehen Beschwerden im entsprechenden Gelenk unter Belastung, frühe Erschöpfbarkeit oder Ergussbildung sind dabei unspezifische aber ernstzunehmende weitere Symptome.

Im Röntgenbild sind lediglich die osteochondralen Verletzungen abbildbar, diese machen aber nur einen geringen Anteil aller Knorpeldefekte aus.

Die rein chondralen Defekte lassen sich im MRT mit einer Spezifität und Sensitivität von ca. 80% evaluieren.

Wie beschreibt man das Ausmaß eines Knorpelschadens?

Wie ausgeprägt ein Knorpelschaden am Gelenkknorpel ist, beschreiben Ärzte mit Hilfe einer speziellen Gradeinteilung nach Outerbridge von Knorpelschaden Grad 0 bis Knorpelschaden Grad 4:

  • Chondropathie Grad 0: Der Knorpel ist gesund und unbeschadet, es liegt also keine Schädigung des Knorpels vor.
  • Chondropathie Grad 1: Der Knorpel ist zwar vollständig vorhanden und glatt, ist aber stellenweise aufgeweicht, vor allem in den Zonen intensiver Druckbelastung.
  • Chondropathie Grad 2: Der Knorpel ist aufgeraut und es zeigen sich teilweise kleine Risse
  • Chondropathie Grad 3: Es bestehen Risse und Löcher im Knorpel, diese reichen aber noch nicht bis zum Knochen.
  • Chondropathie Grad 4: Stellenweise ist die Knorpelschicht völlig zerstört und der darunter liegende Knochen liegt frei.

Diagnose – Behandlung – Nachsorge

Es sind traumatische (unfallbedingte) Knorpelschäden von den abnutzungsbedingten Gelenkknorpelerkrankungen zu unterscheiden.

Die Diagnose ist nach Anamnese, der klinischen Untersuchung, und der bildgebenden Gelenkdiagnostik (Röntgen, MRT) gestellt. Begleitverletzungen oder – erkrankungen des Gelenkes werden dabei berücksichtigt.