Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung

Bei dem zertifizierten Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung im St. Marien-Krankenhaus Siegen handelt es sich um eine medizinische Einrichtung, die über ein von der „EndoCert-Initative“ definiertes Verfahren ein Zertifikat als spezialisiertes Zentrum der höchsten Versorgungsstufe für die Durchführung von endoprothetischen Eingriffen, sprich Operationen zur Implantation von künstlichen Gelenken, erhalten hat.

Hintergrund zur Zertifizierung

Die Implantation künstlicher Gelenke gehört hierzulande mittlerweile zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen. So werden in deutschen Kliniken jährlich fast eine halbe Million künstliche Gelenke – auch Endoprothesen genannt – implantiert. Um die Qualität solcher Operationen zu gewährleisten und zu verbessern, hat die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie vor sieben Jahren die „EndoCert-Initiative“ gestartet. Aus dieser Initiative heraus entstand schließlich ein Qualitätsmanagementsystem für die Zertifizierung von Endoprothetikzentren.

Kliniken, die künstliche Gelenke implantieren und sich intensiv mit der Endoprothetik beschäftigen, können sich auf dieser Grundlage als Endoprothetikzentrum (EPZ) oder, wie die Orthopädie im St. Marien-Krankenhaus Siegen, als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung (EPZmax) zertifizieren lassen; die Einhaltung der definierten Zertifizierungskriterien sind in einer umfassenden Prüfung nachweisen.

Ziel der Zertifizierung

Die Zertifizierung zielt darauf ab, über definierte Standards die Versorgungsqualität in der Endoprothetik zu verbessern und damit die Patientensicherheit zu erhöhen. Voraussetzung für denen Erfüllung ist ganz sicher ein hohes Maß an Spezialisierung, Kompetenz und Erfahrung im Bereich der Endoprothetik.

Patienten können anhand der erteilten Zertifizierung als Endoprothetikzentrum erkennen, dass eine Klinik den sehr hohen Qualitätsanforderungen an die endoprothetische Versorgung von Gelenken nachkommt und somit nachweislich ein Spezialist auf dem Gebiet der Endoprothetik ist.

Kriterien der Zertifizierung

Die Kriterien, die ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung wie im St. Marien-Krankenhaus Siegen für eine erfolgreiche Zertifizierung erfüllen muss, sind in einem speziellen Katalog definiert. Wichtige Kriterien sind unter anderem: 

  • Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung muss über mindestens zwei gut ausgebildete und erfahrene „Senior-Hauptoperateure“ verfügen.
  • Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung hat jährlich mindestens 200 Operationen im Bereich des endoprothetischen Gelenkersatzes durchführen. Hierunter müssen mindestens 50 Wechsel-Operationen sein.
  • Die „Senior-Hauptoperatuere“ in dem Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung müssen jeweils mindestens 100 Operationen durchführen.
  • Die Behandlung in dem Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung ist interdisziplinär zu organisieren, d.h. Fachärzte verschiedener Disziplinen müssen bei der Behandlung zusammenarbeiten. Alle beteiligten Mitarbeiter müssen permanent an Aus-, Weiter- und Fortbildungen im Bereich der Endoprothetik teilnehmen.
  • Die Patienten sind während ihrer Behandlung im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung umfassend zu informieren und konsequent zu begleiten. Er muss möglichst weitgehend bei der Behandlung eingebunden werden.
  • Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung ist verpflichtet, am deutschen Endoprothesenregister teilzunehmen und Behandlungsverläufe und -ergebnisse lückenlos und nachvollziehbar zu dokumentieren.
  • Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung hat über eine entsprechende Ausstattung zu verfügen und ein entsprechendes Leistungsspektrum in Diagnostik und Therapie anzubieten.
  • Das Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung muss wissenschaftlich aktiv sein, etwa durch die Durchführung oder Unterstützung von Forschungsvorhaben.

Die Orthopädie im St. Marien-Krankenhaus Siegen hat das Zertifizierungsverfahren erfolgreich durchlaufen und als einzige Klinik der Region das Zertifikat als Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung erhalten. Um das hohe Qualitätsniveau zu belegen, erfolgen jährliche Überprüfungen sowie alle drei Jahre eine Rezertifizierung des Zentrums.