Schrittmacher, Defibrillator- und Resynchronisationsbehandlung

 

Herzschrittmacherimplantation

  • Einkammersysteme
  • Zweikammersysteme
  • VDD-Systeme
  • Biventrikuläre Systeme (CRT-P)

 

Aufgaben des Herzschrittmachers 

  • Verhinderung von Herzstillstand
  • Frequenzanhebung bei Bradykardie
  • Wiederherstellung der normalen Überleitung
  • Verbesserung der Hämodynamik
  • Speicherfunktion

Elektrische Impulse werden über die Elektrode direkt auf den Herzmuskel geleitet. Der künstliche Herzschrittmacher bestimmt dabei die Taktfrequenz und die Taktfolge. Eigenaktionen werden erkannt und genutzt. 

 

Defibrillator (ICD)-Implantationen

  • Einkammersysteme
  • Zweikammersysteme
  • Biventrikuläre Systeme (CRT-D), nach Indikation auch Multipacing oder Adaptive CRT-Systeme
  • Subcutaner ICD (S-ICD)

 

Was kann der Defibrillator?

  • überwacht den Herzrhythmus wie ein Langzeit-EKG
  • beendet Kammerflimmern durch Elektroschock 
  • beendet Herzrasen durch elektrische Stimulation (Overdrive)
  • stimuliert bei zu langsamem Herzschlag wie ein Schrittmacher

 

Defibrillator -  für welche Patienten?

  • Patienten, die eine lebensbedrohliche Herzrhythmusstörung überlebt haben.
  • Patienten, bei denen eine anhaltend schnelle Herzrhythmusstörung (Kammertachykardie) zu Blutdruckabfall (Minderdurchblutung des Gehirns) oder Bewusstlosigkeit geführt hat.
  • Patienten mit koronarer Herzkrankheit, deren Auswurffraktion unter 35% liegt (erst im chronischen Stadium)
  • Patienten, deren Auswurffraktion durch andere Herzkrankheiten unter 35% liegt. Bei diesen Patienten sollte man vor der Entscheidung für einen Defibrillator erst den möglichen Erfolg einer medikamentösen Therapie abwarten.

Wenn die Pumpleistung des Herzens stark nachlässt, sind die Patienten durch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen stark gefährdet. Der implantierbare Defi (ICD) beendet Kammerflimmern durch Elektroschock.

 

Was fühlen Patienten bei der Schockabgabe?

  • Die Empfindungen bei der Schockabgabe reichen von leichtem Kribbeln bis zu starkem Schmerz. Im allgemeinen ist der Patient jedoch nicht bei Bewusstsein und hat an den Schock keine Erinnerungen.
  • Wichtig: Die erste Schockabgabe des Gerätes ist kein Grund zur Beunruhigung! Sie zeigt vielmehr, dass das Gerät funktioniert!
  • Ein ausführliches Gespräch mit Ihren Ärzten ist unabdingbar. Dies sollte eine Aufklärung über das Leben mit Defi beinhalten, ebenso Themen wie psychologische Faktoren (Ängste usw.) ansprechen.
  • Patienten sollten alle Fragen stellen, die ihnen einfallen. Es gibt keine dummen Fragen!
  • Selbsthilfegruppe: Defi-Gruppe Westerwald/Siegerland
  • Kontakt: Marita Rubin, Telefon: (02747) 914 97 36, E-Mail: defi-gruppe@arcor.de

 

Kardiale Resynchronisationstherapie (CRT) – für welche Patienten?

Besonders profitieren Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche

  • NYHA-Stufe III oder IV trotz optimaler Behandlung mit Medikamenten
  • erweiterter linker Herzkammer mit erniedrigter Auswurffraktion < 35% (und asynchroner Kammererregung) bei
  • Linksschenkelblock


[Auszug aus Leitlinien der Europäischen Kardiologischen Gesellschaft (ESC 2012)]

  • 70% der Patienten sprechen auf eine CRT-Therapie an
  • meist wird ein sog. biventrikuläres ICD-System eingesetzt, das die Resynchronisation mit dem Defi verbindet
  • Nachsorge alle 3 – 6 Monate



Einteilung der Stadien der Herzschwäche

  • NYHA I: Herzschwäche ohne körperliche Einschränkungen.
  • NYHA II: Herzschwäche mit leichter Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.
  • NYHA III: Herzschwäche mit höhergradiger Einschränkung der Leistungsfähigkeit bei gewohnter Tätigkeit.
  • NYHA IV: Herzschwäche mit Beschwerden bei allen körperlichen Aktivitäten und in Ruhe. Bettlägerigkeit.