Intensivstation

Die Intensivstation im St. Marien-Krankenhaus Siegen ist eine interdisziplinäre Intensivstation, d. h. es werden intensivpflichtige Patienten der operativen und internistischen Abteilungen auf einer gemeinsamen Station betreut und versorgt. Die Station hält 17 Betten plus ein Aufnahme-/Reanimationsbett vor, davon:

  • 2 Gastroenterologie
  • 8 Kardiologie, Angiologie
  • 1 Hämato-Onkologie

Die Nutzung der Intensivbetten wird jedoch flexibel gestaltet, so dass jederzeit, unabhängig von der Grunderkrankung, ein Patient intensivmedizinisch betreut werden kann.

Internistische Intensivstation:

Die Station ist mit einem kardiologischen Oberarzt und drei Assistenzärztinnen/-ärzten im Schichtsystem besetzt. Die speziellen Krankheitsbilder werden zudem durch die jeweilige Fachabteilung [Gastroenterologie: Dr. med. Heinrich Franz; Kardiologie-Angiologie: Professor Dr. med Buerke; Hämatologie-Onkologie: Professor Dr. med. Gassmann] betreut.

Der Schwerpunkt der internistischen Intensivstation liegt in der Betreuung von Patienten mit:

  • Herzinfarkt
  • Instabiler Angina pectoris
  • Herzmuskelschwäche
  • Herzrhythmusstörungen
  • Lungenentzündung
  • Lungenembolie
  • Magen- und Darmblutungen
  • Sepsis

In Kooperation mit der Abteilung für Nephrologie im Krankenhaus Weidenau ist eine Dialyse bei Patienten mit Nierenversagen gesichert. Alle modernen Beatmungsverfahren kommen zur Anwendung. Durch eine langjährige, gute Zusammenarbeit mit den Herzchirurgischen Kliniken in Bad Nauheim, Gießen und anderen Standorten sind notfallmäßige Operationen am Herzen und der Hauptschlagader jederzeit möglich.

Eine kurze Information für Angehörige zum Thema Intensivstation

(mit freundlicher Genehmigung übernommen vom Klinikum Dortmund)

Die Intensivstation ist ein Ort, der bei vielen Menschen Unbehagen und Ängste aber auch Sicherheit auslöst.

Wir möchten allen Angehörigen, Freunden, Besuchern und nicht zuletzt unseren Patienten mit dieser Broschüre ein wenig die Angst vor dem Ungetüm Intensivstation nehmen, indem wir versuchen unsere Arbeit und die Gerätschaften, die für unsere Arbeit notwendig sind, zu erklären.

  • Welche Menschen kommen auf unsere Intensivstation?
  • Was geschieht auf einer Intensivstation?
  • Wer ist an der Betreuung der Erkrankten beteiligt?
  • Welche Einflüsse stürzen auf Patienten und Besucher ein?
  • Der Überwachungsmonitor
  • Die Pumpen
  • Drainagen (Ablauf, -sonden, -katheter)
  • Das Beatmungsgerät
  • Das Intensivbett
  • Wie fühlt sich der Mensch, der mit all diesen Dingen konfrontiert wird?
  • Was kann ich als Angehöriger tun, wie kann ich helfen?
  • Besuchszeiten und Besuchsregeln
  • Ein persönliches Wort von uns an Sie, liebe Besucher

Welche Menschen kommen auf unsere Intensivstation?

Auf die Intensivstation werden Menschen verlegt, die aus unterschiedlichsten Gründen derart erkrankt sind, dass sie entweder eine rund um die Uhr erfolgende gleichbleibende medizinische Behandlung oder Beobachtung bedürfen.

Dies können

  • Erkrankungen der Atmung und des Herz-Kreislauf-Systems sein, wie z.B. Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Lungenentzündung, Lungenembolie
  • oder auch schwere Magen - Darm - Erkrankungen, wie z.B. Magenblutungen
  • oder Vergiftungen

Aufgrund der vielfältigen Erkrankungen, die auf einer Intensivstation behandelt werden, ist es im Voraus oftmals nicht abzusehen wie lange der Verbleib des Erkrankten auf der Intensivstation nötig ist.

Was geschieht auf einer Intensivstation ?

Auf einer Intensivstation werden Menschen mit verschiedensten schwerwiegenden Erkrankungen ärztlich und pflegerisch rund um die Uhr betreut.

Diese Betreuung kann sehr unterschiedlich aussehen:

  • Menschen mit Herzrhythmusstörungen werden mit Medikamenten eingestellt und müssen während dieser Zeit mit Hilfe eines EKG-Monitors überwacht werden, um die Wirkung der Medikamente zu beobachten. Dies kann den Anschein erwecken, dass man nicht so krank ist, als dass man auf einer Intensivstation liegen müsste, da man sich ja nicht krank fühlt.
  • Menschen mit schweren Lungenerkrankungen sind oftmals nicht mehr in der Lage ausreichend zu atmen, so dass eine Unterstützung oder gar Übernahme der Atmung mit Hilfe von Geräten erforderlich ist.
  • Menschen, die einen Herzinfarkt erlitten haben, müssen für eine kurze Zeit nach dem Infarkt ärztlich, pflegerisch und labortechnisch überwacht werden, da Komplikationen im Rahmen des Infarktgeschehens auftreten können.

Wer ist an der Betreuung der Erkrankten beteiligt ?

Auf der Intensivstation arbeiten zu unterschiedlichsten Zeiten verschiedene Berufsgruppen zusammen, um sich bei der Behandlung des kranken Menschen gegenseitig zu unterstützen.

Das Personal

  • Rund um die Uhr ist die Intensivstation mit wenigstens einem Arzt, meist aber mit zwei Ärzten besetzt, der für die medizinischen Belange jederzeit zugänglich ist und jederzeit wenn von Nöten die Therapie unverzüglich anpassen kann. Ihnen zur Seite stehen die Oberärzte und der Chefarzt um gemeinsam die Behandlung der Patienten, besonders bei komplizierten Problemen so optimal wie möglich zu gestalten.
  • Das Pflegepersonal arbeitet in drei Schichten in 24 Stunden, so dass ärztliche Anordnungen unverzüglich ausgeführt werden können und die Pflege kontinuierlich gewährleistet ist.
  • Ebenfalls, jedoch meist nicht rund um die Uhr, sondern gegebenenfalls im Bereitschaftsdienst, sind Krankengymnasten, Röntgen-, und Laborassistenten an der Betreuung und Behandlung der Patienten beteiligt
  • Nicht zuletzt sind auch Reinigungskräfte und Praktikanten/ Freiwilligendienst-Leistende an der Schaffung eines sauberen und aufgeräumten Unfeldes beteiligt, was nicht nur das Wohlbefinden des erkrankten Menschen günstig beeinflusst, sondern auch die Arbeit des übrigen Personals erleichtert.

Welche Einflüsse stürzen auf Patienten und Besucher ein?

Wenn man einen lieben Menschen aus dem unmittelbaren persönlichen Umfeld auf einer Intensivstation weiß, ist es für einen jeden sehr schwer die eigenen Ängste und Sorgen mit denen man sich konfrontiert sieht zu verarbeiten. Zu all dem kommen nun auch noch eine Vielzahl von fremden Geräten und Gegenständen, deren Bedeutung man nicht kennt und die nicht selten plötzlich bedrohlich wirkende Töne von sich geben. Seien Sie aber versichert, dass alle Gegenstände und Materialien ausschließlich zum Nutzten des Erkrankten dienen sollen.

Oberstes Gebot in der Intensivmedizin ist die Patientensicherheit.

Alle Geräte die zum Einsatz kommen unterliegen diesem Gebot. Dies hat zur Konsequenz, dass die meisten Geräte nicht nur ein hörbares, sondern auch sichtbares Signal abgeben, wenn die Möglichkeit einer Gefährdung für den erkrankten Menschen besteht. Da aber Geräte vielfach nicht unterscheiden können, ob irgendein Ereignis für den einen Menschen, nicht aber für den anderen wirklich bedrohlich ist, kommt es durchaus auch zu Alarmmeldung, wenn kein wirklich ernsthafter Grund besteht.

Hier gilt aber für uns die Devise:

Lieber einmal umsonst gelaufen, als zu spät gekommen.


All diese Meldungen von verschiedensten Geräten können Patienten und Besucher sehr stark verunsichern. Auf Wunsch werden Ihnen gern einige Informationen bezüglich der Bedeutung der Geräte gegeben, aber es ist gewiss zuviel, wenn man all diese Geräte selbst beurteilen lernen will. Um sich nicht selbst zu sehr zu belasten, sollten Sie, sofern dass überhaupt möglich ist versuchen die am Platz befindlichen Geräte zu ignorieren, diese lenken bei Unkenntnis über die Bedeutung lediglich von demjenigen ab, für den sie von Wichtigkeit sind nämlich ihrem Angehörigen.

Um ihnen allerdings einen kurzen Überblick über die allgemein gebräuchlichen Geräte zu geben möchten wir ihnen hier einige vorstellen.

Der Überwachungsmonitor

Der Überwachungsmonitor dient der Erfassung aller für den jeweiligen Patienten notwendigen Daten. Dies kann die Häufigkeit des Herzschlages, den Herzrhythmus, den Blutdruck, die Atmung, die Temperatur und bei Bedarf auch weitere Daten umfassen.  

Zu diesem Zweck wird der Patient mit einer Reihe von Kabeln verbunden um all diese Einzeldaten ermitteln zu können.

Um eine genaue Beurteilung der erfassten Daten machen zu können, muss das Gerät auf jeden Patienten neu eingestellt werden, um falsche Daten und Fehlalarme zu vermeiden.

Die Pumpen

An jedem Bettplatz sind eine Reihe von Pumpen aufgereiht, welche für die genaue Dosierung der vom Arzt verordneten Medikamente sorgen. Einige Pumpen sind für größere Mengen gedacht, z.B. Infusionsflaschen, andere für kleinere aber dafür häufig besonders wirksame Medikamentenmengen. Diese werden dann in Spritzen aufgezogen und dann mit Hilfe der Pumpen nach Anordnung verabreicht.

Da die einzelnen Medikamente in die Blutbahn des Patienten gelangen müssen sind meist mehrere Schläuche notwendig. Diese Schläuche werden auch als Venenkatheter bezeichnet und sind auf der einen Seite mit der Medikamentenpumpe auf der anderen unmittelbar mit einer Vene im Körper des Patienten verbunden.

Bei einigen Patienten ist es notwendig diese Venenkatheter zur Ernährung mit Nährlösungen zu nutzen, weil sie selbst zur Zeit nicht in der Lage sind zu essen, oder aufgrund einer Erkrankung nicht essen können oder sollen.

Wenn es jedoch möglich ist, den kranken Menschen soweit als möglich natürlich, d.h. über den Magen-Darm-Trakt zu ernähren. ist hierzu eine Ernährungssonde erforderlich, die Nahrung direkt in den Magen oder auch Darm führen kann.

Drainagen (Ablauf, -sonden, -katheter)

Aufgrund der Erkrankung, oder aber auch zur genauen Beobachtung ist es bei einigen Patienten notwendig den Ablauf von Körperflüssigkeiten z.B. Urin Wundsekret zu ermöglichen. Hierzu werden ebenfalls Katheter (Drainagen in die betreffende Körperstelle eingeführt. Die Ablaufsysteme sind meist seitlich an den Betten unter Körperhöhe angebracht.

Das Beatmungsgerät

Das Beatmungsgerät dient zur Unterstützung oder gar der Übernahme der Atmung des Patienten für den Fall, dass die eigene Atmung zu schwach ist, oder der Patient aufgrund von Medikamenten nicht atmen kann.

Für den Fall, dass ein Mensch künstlich beatmet oder in der Atmung unterstützt wird, ist es nicht zwingend erforderlich, dass sie mit Hilfe von Medikamenten in eine Art Narkose versetzt werden müssen. Viele Menschen sind bei unterstützter Atmung durchaus in der Lage sich mit ihrer Umwelt zu verständigen. Gehen sie also auf ihren Angehörigen ein, sprechen sie mit und zu ihm, auch wenn er selber nicht dazu in der Lage ist. Sollten sie Probleme bei der Kommunikation haben, sind wir ihnen gern -sofern wir dies aufgrund unserer Erfahrung können - behilflich.

Das Intensivbett

Das Intensivbett ist in der Regel anders ausgestattet als Betten für Patienten die selbst in der Lage sind aufzustehen oder ihre Körperlage zu verändern. Das Intensivbett bietet nicht nur dem Patienten aufgrund der Vielfältigkeit der Einstellung eine große Auswahl an Lagerveränderungen, sondern dient auch dem Pflegepersonal, indem es sich in der Höhe verstellen lässt und somit ein körpergerechtes Arbeiten ermöglicht. Dies ist häufig ein Grund warum Betten so hoch sind. Lassen sie zur Besuchszeit das Bett vom Pflegepersonal in eine angenehme Position bringen.

Wie fühlt sich der Mensch, der mit all diesen Dingen konfrontiert wird ?

Jeder Mensch, der aus seiner gewohnten häuslichen Umgebung aufgrund irgendwelcher Umstände auf eine Intensivstation verlegt wird, sieht sich mit einer Vielzahl von neuen Dingen konfrontiert, die einem durchaus Angst machen können. Aus diesem Grund werden alle Maßnahmen die verrichtet werden ausführlich erklärt. Jedes Kabel wird dem Patienten bezüglich seiner Funktion vorgestellt. Sobald als möglich werden nicht mehr benötigte Zu- und Ableitungen entfernt, so dass das normale Körpergefühl sich schnellst möglich wieder einstellen kann.

Was kann ich als Angehöriger tun, wie kann ich helfen?

Um das persönliche Wohlbefinden zu fördern kann es von Nutzen sein, einige liebgewonnene Gegenstände oder Gebrauchsgegenstände mit ins Krankenhaus zu bringen, z.B. Lieblingskissen, Rasierwasser, Deodorant, die eigene Zahnbürste, eine Musikkassette (mit Walkman und Ohrhörern) etc.. Bei Unsicherheit fragen sie ruhig.

Verursachen die Katheter und Schläuche Schmerzen?

Katheter und Schlauche bewirken möglicherweise ein Unwohlsein aufgrund der Tatsache, dass man nicht so frei beweglich ist, wie man möchte. In der Regel sind diese Schläuche aber nicht direkt für Schmerzen verantwortlich. Sollten dennoch einmal Schmerzen oder Unbehagen auftreten, so zögern Sie nicht, sofort das Pflegepersonal zu informieren, damit dies sich ein Bild über die Ursache machen kann und gegebenenfalls zügig Abhilfe schaffen kann.

Wie ist das, wenn der Mensch sich nicht selbst zu Schmerzen oder Ähnlichem äußern kann?

Patienten, die z.B. in einem künstlichen Koma gehalten werden, erhalten sowohl Schlaf- als auch Schmerzmittel, so dass Schmerzen meist nicht wahrgenommen werden. Sollte dennoch etwas nicht in Ordnung sein, ist das Personal aufgrund der erfassten Daten und Erfahrung meist in der Lage diese Zustände zu deuten.

Wenn Sie Fragen, Probleme, Sorgen oder Ängste im Umgang mit ihrem Angehörigen haben, wenden Sie sich ruhig vertrauensvoll an das Personal der Intensivstation. Gemeinsam werden wir, Ärzte und Pflegepersonal versuchen ihre Fragen zu beantworten und ihre Ängste und Sorgen zu verringern.

Besuchszeiten und Besuchsregeln:

Der Tagesablauf auf der Intensivstation ist so gestaltet, dass die Behandlung der Patienten rund um die Uhr erfolgen kann. Durch genaue Organisation der einzelnen Arbeitsabläufe ist es weitgehend möglich, eine Besuchszeit zu gestalten, in der Patient und Besuch bis auf kleinere Unterbrechungen ungestört sein können. Aus diesem Grund ist es unser Wunsch, wenn die Besuchszeiten so fern dies Ihrerseits möglich ist eingehalten werden. In Absprache mit dem Pflegepersonal können auch Ausnahmen von der Besuchsregelung getroffen werden. Dies bedarf aber bitte immer wieder einer vorherigen Absprache, damit nachfolgende Schichten darüber informiert werden können.

Nach Möglichkeit sollte sich der Besuch auf 2 Personen beschränken, da auch die Unterhaltung und die Konfrontation mit dem Alltag für den Patienten eine Belastung darstellen kann, die oftmals von Außenstehenden unterschätzt wird.

Der Kreis der Besucher sollte sich auf den engeren Personenkreis im Leben des Erkrankten (Ehepartner, Lebenspartner, Kinder, Eltern) beschränken. Auf Wunsch und Nachfrage bei dem Patienten können auch Dritte Besuche abhalten, dies kann jedoch bei zu großer Anstrengung für den Patienten auch abgewiesen werden, wobei Grüße selbstverständlich gern übermittelt werden.

Ein persönliches Wort von uns an Sie, liebe Besucher

Der Umstand, dass ein Mensch aus ihrer nächsten Lebensumgebung auf der Intensivstation liegt, stellt auch Sie vor Situationen, die von Problemen Ängsten und Sorgen geprägt sind. Ist ihr Angehöriger nicht in der Lage selbst für sich zu sprechen wird man auf Sie zukommen mit Fragen und auch möglicherweise Entscheidungen von Ihnen abverlangen. Dies verkleinert ihre Situation keinesfalls. Sollten Sie Hilfe, Antworten oder einen Ansprechpartner benötigen, zögern sie nicht, sich an uns zu wenden. Wenn möglich sind wir Ihnen in ihrer Situation behilflich.

Auch ist es für sie wichtig, dass sie für sich selbst etwas tun. Leider ist es häufig nicht abzusehen, wie lang der Aufenthalt auf der Intensivstation für ihren Angehörigen dauert, darum ist es unter Umständen erforderlich, dass sie sich einfach einmal erholen und vielleicht an einem Tag auf einen Besuch verzichten. Wir sind bereit ihnen bei vorheriger Absprache auch telefonisch Auskunft zu geben und ihre Grüße weiterzuleiten.

Wir, die Mitarbeiter der Intensivstation wünschen ihnen Kraft und ihrem Angehörigen eine schnelle Besserung und baldige Genesung.