Elektrophysiologische Untersuchung und Verödungsbehandlung

Herzrhythmusstörungen

Bei einer Herzrhythmusstörung schlägt das Herz nicht regelmäßig in der normalen Geschwindigkeit, sondern

  • zu langsam oder
  • zu schnell oder/und
  • unregelmäßig,

wodurch Beschwerden entstehen können (Schwindel, Herzrasen, Herzstolpern).

Diagnostik der Herzrhythmusstörungen

Bei Auftreten dieser Symptome kann mit Hilfe eines EKGs die Art der Rhythmusstörung herausgefunden werden. Falls die Rhythmusstörungen nur kurzzeitig und anfallsartig auftreten und ein Arzt nicht rechtzeitig erreichbar ist, besteht die Möglichkeit eines Tele-EKGs (Rhythmuskarte), womit der Patient den Herzrhythmus selbst aufzeichnet und ihn per Telefon an die Klinik übermittelt. Ferner kann mittels intrakardialem EKGs den Störungen nachgegangen werden. Eine Sonde wird hierbei über einen venösen Zugang bis zum Herzen geschoben und darüber ein EKG abgeleitet.

Unterteilung der schnellen Rhythmusstörungen

Schnelle Herzrhythmusstörungen (Tachykardien) werden unterteilt nach ihrem Entstehungsort in Vorhof- und Kammertachykardien. Kammertachykardien sind teilweise gefährlich und häufig (nicht immer) mit einer strukturellen Herzkrankheit vergesellschaftet (z.B. einer Koronaren Herzkrankheit). Vorhoftachykardien sind meistens ungefährlich, jedoch fast immer lästig und können zu Ohnmachtsanfällen oder im Falle von Vorhofflattern oder –flimmern zu Schlaganfällen führen.

Supraventrikuläre Tachykardie (SVT) bezeichnet eine ganze Gruppe verschiedener Herzrhythmusstörungen. Gemeinsam ist ihnen ein schneller Puls von mehr als 100 Schlägen in der Minute. Der Ursprung der Rhythmusstörung liegt oberhalb der Herzkammern.

Formen der SVT

Relativ häufig bei jüngeren Patienten:

AV-Knoten-Reentrytachykardien, AV-Reentrytachykardien, Ektope atriale Tachykardien

Relativ häufig bei älteren Patienten:

Vorhofflattern

Sehr häufig besonders bei alten Patienten, jedoch auch in jüngerem Lebensalter auftretend:

Vorhofflimmern

Behandlung der SVT

Medikamente können das Auftreten des Herzrasens meistens nicht wirksam verhindern, sind jedoch zur Verhinderung eines Schlaganfalles bei manchen Rhythmusstörungen sehr wichtig (Blutverdünnung). Im Rahmen einer Elektrophysiologischen Untersuchung mit Ablation (EPU) kann meist die Rhythmusstörung genau lokalisiert und häufig auch nachhaltig beseitigt werden.

Wie läuft eine EPU ab?

Nach örtlicher Betäubung werden in der Leiste über ventilartige Blutgefäßzugänge bewegliche Drähte an verschiedene Stellen des Herzens vorgeführt und EKG´s aus dem Inneren des Herzens abgeleitet. Die Drähte werden durch Röntgendurchleuchtung sichtbar gemacht. Über unmerkliche elektrische Impulse wird die Rhythmusstörung ausgelöst und analysiert.

Häufig liegt dem Herzrasen eine in Kreisform fehlgeleitete elektrische Erregung zugrunde. Mit einem Draht (oder auch Katheter genannt) wird ein Anteil dieses Erregungskreises aufgesucht. Die Herzmuskelzellen, die an dieser Stelle die Erregung weiterleiten, werden mit Hochfrequenzstrom verödet (Ablation). Es entsteht eine kleine oberflächliche Narbe an der Herzinnenhaut.

Je nachdem, um welche Rhythmusstörung es sich handelt, ist eine Ablation mehr oder weniger aufwändig:

Bei einer AVNRT oder Vorhofflattern genügt es meist, eine gut bekannte Stelle im rechten Vorhof zu abladieren. Bei Vorhofflimmern ist es erforderlich, durch die Vorhofscheidewand in den linken Vorhof vorzudringen und an verschiedenen Stellen zu abladieren.

Selten sind bei einer Verödung Schmerzmittel erforderlich.Dann erfolgt eine medikamentöse Schmerztherapie und/oder eine leichte Narkose des Patienten.

Nach Entfernung der Katheter und Ventile wird für wenige Stunden ein Druckverband angelegt. Danach wird der Patient in vielen Fällen geheilt entlassen.