Hintergrund und Vorbemerkungen

Die Bauchspeicheldrüse ist ein längliches Organ mit einem breiterem Kopf und einem schmaleren Schwanzbereich. Es liegt etwas ansteigend verlaufend im Oberbauch, genauer im Hinterbauchfettgewebe, hinter dem Magen. Es hat enge Bezüge zu allen großen Gefäßen des Bauchraumes und wird im Kopfbereich vom Zwölffingerdarm umschlossen. Sein medizinischer Name Pankreas leitet sich aus dem griechischen ab und bezieht sich auf die Visualisierung des Organs ( Pán = „alles“, kréas = „Fleisch“).

Die Bezeichnung alles Fleisch wird diesem multifunktionellem Organ aber auch gar nicht gerecht. Diese schlanke Drüse erfüllt ganz zentrale Funktionen unserer Nahrungsverwertung. Dabei ist der eine Block die Produktion von Enzymen, die über den Gang der Bauchspeicheldrüse in den Zwölffingerdarm ausgeschüttet werden. Die bekanntesten Enzyme sind die Amylase und Lipase, die auch im Blut als Parameter einer möglichen Entzündung gemessen werden können. Während die Amylase für die Verdauung von Kohlenhydraten zuständig ist, hilft die Lipase bei der Aufschlüsselung von Fetten. Darüber hinaus sorgen Proteasen, die ebenfalls aus der Bauchspeicheldrüse stammen, für die Entschlüsselung von Eiweißen.

Die zweite zentrale Funktion der Bauchspeicheldrüse ist eine sogenannte endokrine Funktion. Hierbei werden keine Sekrete über den Gang in den Zwölffingerdarm gespült, sondern sogenannte Hormone (= Botenstoffe) direkt ins Blut abgegeben. Sicher am bekanntesten ist dabei das Insulin, aber auch das Glucagon, das als Hormon in der Regulation unseres Blutzuckers wichtig ist.

Die Hormonproduktion in der Bauchspeicheldrüse geschieht in sogenannten kleinen Inseln, die über die Bauchspeicheldrüse verteilt sind und sich besonders verstärkt am Ende der Bauchspeicheldrüse im sogenannten Schwanzbereich finden. Diese Inseln werden nach ihrem Entdecker Langerhans Inseln genannt.

Die operative Behandlung von Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse gehört in die Hand spezieller Viszeralchirurgen. Nur wenige Operateure mit entsprechend hoher persönlicher Erfahrung sollten diese Eingriffe vornehmen. Deswegen werden Operationen der Bauchspeicheldrüse auch an der Chirurgischen Klinik des St. Marien Krankenhauses verantwortlich nur von zwei Operateuren vorgenommen.

Operationsindikationen an der Bauchspeicheldrüse können sich aus gutartigen und bösartigen Erkrankungen ergeben. Bei den gutartigen Erkrankungen sind sehr selten einmal Entfernungen von abgestorbenem Gewebe im Rahmen akuter Entzündungen der Bauchspeicheldrüse zu nennen. Häufiger müssen bei chronischen Entzündungen und Aufstau des Sekretes mit erweitertem Gang der Bauchspeicheldrüse oder sogenannten Zysten mit Flüssigkeitsansammlungen Drainageoperationen eingesetzt werden.

Die eigentliche Domäne der Chirurgie der Bauchspeicheldrüse ist jedoch die der Tumoren der Bauchspeicheldrüse. Auch hier lassen sich gutartige und bösartige Veränderungen unterscheiden. Die genauen Untersuchungen im Vorfeld klären, welche Form hoch wahrscheinlich vorliegt. Die Entstehungsorte können dabei die Gänge der Bauchspeicheldrüse oder des Gallenganges sein, der ebenfalls durch den Kopf der Bauchspeicheldrüse läuft, aber auch die Zellen der Bauchspeicheldrüse selber.

Die Behandlung all dieser Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse erfolgt in unserer Klinik seit 10 Jahren sehr differenziert nach Ausdehnung, Stadium und Symptomen. Alle modernen Operationsverfahren inklusive laparoskopischer Techniken (Schlüssellochchirurgie) stehen hierzu zur Verfügung.