Ablauf einer Operation der Bauchspeicheldrüse im St. Marien Krankenhaus

Nach der Indikationsstellung zur Operation im Rahmen meiner Sprechstunde oder im Rahmen eines Konsils erfolgt der sogenannte chirurgische Rundlauf. Hierbei werden Sie nochmals untersucht, alle relevanten Vorbefunde erhoben und Ihnen chirurgischerseits genaustens erklärt, welcher Eingriff vorgesehen ist und welche Komplikationen auftreten können. Auch Veränderungen der operativen Strategie im Rahmen des Eingriffes werden Ihnen erläutert und mit Ihnen abgesprochen. Am gleichen Tag erfolgt eine Blutabnahme und das anästhesiologische Aufklärungsgespräch für die Operation. Ergeben sich bei den Voruntersuchungen Hinweise, dass weitere vorbereitende Untersuchungen notwendig sind, wird dieses durch uns in die Wege geleitet. Dabei stehen die kardiologische Klinik für alle Fragen rund ums Herz und die Klinik für Hämatologie bereit, um z.B. Abklärungen bei Blutarmut vorzunehmen.

Da wir ein Screening für sogenannte Krankenhauskeime durchführen, wird an diesem Rundlauf-Tag auch ein Nasenabstrich auf sogenannte resistente Keime durchgeführt.

Patienten vor Operationen an der Bauchspeicheldrüse kommen bei uns in der Regel einen Tag vor der eigentlichen Operation in die stationäre Behandlung. Je nach Absprache melden Sie sich an diesem Tag entweder in der Chirurgischen Ambulanz oder direkt auf der für Sie vorgesehenen Station D2, A5a oder A5b. Eventuell noch notwendige zusätzliche Untersuchungen oder Aufklärungen werden an diesem Tag durchgeführt. Am Operationstag erfolgt die Vorbereitung auf Station, hier erhalten Sie die notwendige Rasur, Strümpfe zum Schutz vor einer Beinvenenthrombose und Erläuterungen zum weiteren Ablauf. Bevor Sie in den OP gehen, erfolgt eine Hautmarkierung in der Region der Operation zur sicheren Identifizierung am Zugang zum OP, aber auch im Bereich des Operationssaales.

Nach der Operation werden Sie für mindestens eine Nacht zur Überwachung auf der Intensivstation aufgenommen, diese Station befindet sich auf der A0, also im Erdgeschoss des Hauses. Ihre Angehörigen werden nach der Operation informiert und können Sie ca. 2 Stunden nach Ende der Operation auf der Station A0 besuchen (Zugang seitlich am Haupthaus, im Bereich der Zufahrt zum Parkhaus).

Auf der Intensivstation werden Ihr Kreislauf und Ihre Organfunktion genauestens überwacht, ein besonderes Augenmerk wird hier natürlich auf die Funktion des Oberbauches und hier insbesondere auf die Bauchspeicheldrüse geworfen. Nach einer Nacht auf der Überwachungsstation und einem normalen Verlauf können Sie am Folgetag zurück auf die Normalstation verlegt werden. Hier erfolgen regelmäßige Mobilisationen durch die Krankengymnasten und das Pflegepersonal, diesen kommt eine zentrale Bedeutung für die rasche Erholung bei. Bei liegendem sogenanntem Schmerzkatheter am Rücken (Peridualanästhesie) sind die Mobilisationen nach der Operation schmerzarm durchführbar und äußerst wirksam für die rasche Erholung. Bei guter Toleranz der Flüssigkeiten und zugeführter Nahrung kann ein kompletter Kostaufbau innerhalb von 5-6 Tagen erfolgen.

Bei laparoskopischen Eingriffen an der Bauchspeicheldrüse sollten Sie von einem stationären Aufenthalt von 4-7 Tagen, bei konventionellen Operationen über einen Bauchschnitt von 10-14 Tagen stationärer Aufenthaltsdauer ausgehen.