Keine Angst vor einem Magnetfeld

Ärzte im St. Marien-Krankenhaus Siegen gehörten zu den europaweit ersten, die Defibrillatoren implantieren, mit denen auch Untersuchungen im Magnetresonanz-Tomographen möglich sind.

Patienten mit einer schweren Herzschwäche und solche mit überlebtem plötzlichem Herzversagen erhalten neben einer medikamentösen Herzschwächetherapie einen Defibrillator implantiert. „Der operative Eingriff ist heutzutage Standardtherapie", erläutert Prof. Dr. med. Michael Buerke, Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin im St. Marien-Krankenhaus Siegen. Die Operation sei komplikationsarm, dauere zwischen 30 und 90 Minuten und werde in Allgemeinnarkose oder lokaler Betäubung durchgeführt. Der Defibrillator überwacht dann permanent den Herzrhythmus. Im Fall lebensbedrohlicher, bösartiger Herzrhythmusstörungen, wie zum Beispiel beim sogenannten Kammerflimmern, gibt der Defibrillator einen lebensrettenden Stromstoß ab und bringt somit das Herz der schwerkranken Patienten wieder in Rhythmus.
 

„Die neue Technologie stellt eine bedeutende Verbesserung in der Patientenversorgung dar. Insbesondere für Menschen mit einem Herzleiden, die beispielsweise gleichzeitig Erkrankungen des Nervensystems oder der Wirbelsäule haben, bietet das Gerät deutliche Vorteile“, erklärte Volker Bärsch, der als Oberarzt der Kardiologischen Klinik im St. Marien-Krankenhaus Siegen die erste Operation leitete.

„Sie können künftig auch die schonende und strahlenfreie Magnetresonanz-Tomographie in Anspruch nehmen.“

Die Magnetresonanz-Tomographie gilt als Goldstandard in der bildgebenden Darstellung von Weichteilgeweben. Sie ist unerlässlich für die Diagnose und Therapie von schwerwiegenden Erkrankungen wie Krebs und Schlaganfällen und liefert eine hervorragende Bildqualität, ohne den Patienten einer Strahlenbelastung auszusetzen.

Vor einer MRT-Untersuchung im St. Marienkrankenhaus wird der Defibrillator oder Schrittmacher geprüft, um den Grad der Schrittmacherabhängigkeit des Patienten zu ermitteln. Das System muss einschließlich seiner Sonden MR-fähig sein. Auch die Stärke des Magnetfeldes (1,5 oder 3 Tesla-MR-Scanner) und die geplante Untersuchung und notwendigen Schnittbilder fließen in die Planung ein. Direkt vor der Untersuchung wird das Gerät umprogrammiert, die Untersuchung findet unter entsprechender Überwachung des Patienten statt. Direkt nach der MR-Untersuchung wird das Gerät überprüft und rückprogrammiert.