Rhythmische Einreibungen

Rhythmische Einreibungen sind in unserer Region eine noch recht unbekannte ergänzende Pflegemethode. Umso mehr freut es uns, dass seit circa fünf Jahren im St. Marien-Krankenhaus Siegen Mitarbeiter in der Durchführung der Rhythmischen Einreibungen geschult werden.

Rhythmische Einreibungen wurden in den 1920ern von den Ärztinnen Dr. Ita Wegman und Dr. Margarethe Hauschka aus der Rhythmischen Massage entwickelt.

Den Rhythmischen Einreibungen werden u.a. folgende Effekte zugeschrieben:

  • durchwärmend, beruhigend, entspannend, angstlösend, atemanregend, schmerzlindernd
  • Förderung des Wohlbefindens
  • Vermittlung von Wärme und Geborgenheit
  • Bewusstwerden der Körpergrenzen
  • Anwendung zur Dekubitus-, Pneumonie- und Thromboseprophylaxe


Bei den Rhythmischen Einreibungen wird Wert auf eine „menschengemäße“ Berührung gelegt. Hierdurch findet über die Haut Kommunikation statt, welche vertrauensbildend wirken kann. Die Berührung ist nicht drückend und nicht kitzelnd, sondern leicht.

Es geht also nicht darum, den pflegebedürftigen Menschen mit Druck „in Form zu kneten“. Das Nachzeichnen der Körpergrenzen - entlang von Muskelverläufen oder Organgrenzen - in rhythmischer Weise wirkt ausgleichend und harmonisierend. Weiterhin werden die Selbstheilungskräfte angeregt.

Nachfolgend einige Zitate von Schülerinnen und Schülern nach der Durchführung von Rhythmischen Einreibungen:

  • „Mich freut die Tatsache, dass man durch so wenig Handgriffe einem Patienten etwas Gutes tun kann.“
  • „Ich habe abends eine Fußeinreibung durchgeführt. Der Patient sah entspannt aus und ist in der Nachruhezeit eingeschlafen.“
  • „Ich muss zugeben, dass ich skeptisch war, die Rhythmischen Einreibungen in den Pflegealltag zu integrieren. Doch seit ich sie durchgeführt habe, kann ich wesentlich besser mit meinen Händen umgehen. Die Sensibilität gegenüber den Bedürfnissen des Patienten hat sich geändert.“
  • „Kurz gesagt fühlten sie (die Patienten) sich: ruhig, entspannt, krampflos, ausgeschlafen, wahrgenommen, verstanden, nicht alleine gelassen. Man könnte es auch so beschreiben: Sie hatten im Nachhinein „Gute Laune“!!!“
  • „Ich konnte beim Einsatz von „Rhythmischen Einreibungen“ in der Grundpflege feststellen, dass ich selbst ruhiger und trotz des stressigen Arbeitstages kurzzeitig abschalten konnte. Durch die Konzentration auf die Einreibung habe ich sehr viel bewusster gearbeitet.“


Einreibungen können zusätzlich als Pflegetherapie angewendet oder in die grundpflegerischen Verrichtungen integriert werden.

Für weitere Informationen steht Ihnen gerne Patricia Mehring (Krankenschwester, Dipl. Pflegepädagogin (FH), weitergebildet in Rhythmischen Einreibungen nach Wegman/ Hauschka) unter der Telefonnummer 0271 231-2974 zur Verfügung.