Fortbildungen

In Deutschland leben rund 100.000 Personen mit einem künstlichen Darmausgang (Stoma), häufig aufgrund einer Tumorerkrankung des Dickdarmes. Der erste Patiententag des Darmzentrums Siegerland widmete sich am 1. März besonders dem Thema „Darmkrebs und Stoma“. Ärzte und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen informierten die etwa 50 Interessierten über Darmkrebserkrankungen und den künstlichen Darmausgang. Im Anschluss an die Vorträge konnten offene Fragen im Gespräch mit den Experten geklärt werden. Das Darmzentrum im St. Marien-Krankenhaus Siegen wurde vor einem Jahr etabliert und war das erste nach den Regeln der Deutschen Krebsgesellschaft zertifizierte Darmzentrum der Region.

„Das Tragen eines Stomas stellt für viele Betroffene sowohl psychisch als auch praktisch eine erhebliche Belastung dar. Denn neben der Umstrukturierung des Alltags verändert sich durch das Anlegen des künstlichen Darmausgangs vor allem das eigene Körperbild“, erklärte Psycho-Onkologe Thorsten Kreikenbohm. „Die Veränderungen können Gefühle wie Unsicherheit, Scham bis hin zu Ekel auslösen. Unsicherheiten im sozialen Miteinander können insbesondere zu Beginn eine Schwierigkeit sein. Aber auch diese kann mittels der Familie und enger Bezugspersonen überwunden werden. Personen mit einem Stoma können lernen, ihr neues Körperbild zu akzeptieren.“

In der Veranstaltung sollte dem Tabu-Thema „Stoma“ begegnet und moderne Behandlungsmethoden des Darmkrebses aus Praxis und Klinik vorstellt werden. Neben Vorträgen, die besonderen Aspekten des Stomas gewidmet sind, hatten Patienten und Angehörige die Gelegenheit in möglichst ungezwungener Atmosphäre Fragen zu stellen. Im Austausch mit Dr. med. Heinrich Franz, Chefarzt der Medizinischen Klinik I und Prof. Dr. med. Frank Willeke, Chefarzt der Chirurgischen Klinik, sowie der Stomatherapeutin Beate Hoffmann und dem Psycho-Onkologen Thorsten Kreikenbohm konnten Interessierte, die trotz des Sturmtiefs das St. Marien-Krankenhauses Siegen aufsuchten, in den Dialog treten. „Wir möchten einen Treffpunkt schaffen, wo sich alle austauschen können, die das Thema „Stoma“ im weitesten Sinne betrifft. Daher ist die Selbsthilfevereinigung für Stomaträger (ILCO e.V.) und Menschen mit Darmkrebs selbstverständlich eingebunden“, erklärte Dr. Heinrich Franz.