Der PSA – Bluttest

Da der Stellenwert des PSA-Bluttests in der Diskussion steht, hier einige grundlegende Sachinformationen zu häufig gestellten Fragen:

 

1. Was ist PSA?

PSA steht für Prostata-Spezifisches-Antigen. Dies ist ein Eiweiß, das nur in der Prostata gebildet wird und der Verflüssigung des Spermas dient. Da es auch in das Blut übertritt, kann der Arzt durch eine Blutentnahme den PSA-Wert im Labor ermitteln.

 

2. Was ist vor der Blutabnahme zu beachten?

  • Durch viel Fahrrad fahren kann der PSA-Wert noch eine Woche erhöht sein.
  • Auch Geschlechtsverkehr bis 72 Stunden vor der Blutentnahme kann den Wert erhöhen.
  • Wenn die Prostata vor der Blutabnahme untersucht wurde, können noch bis zu vier Wochen erhöhte Werte vorliegen. Um einen aussagekräftigen PSA-Wert zu bekommen, sollte eine Blutentnahme also immer vor einer Abtastung, einem Ultraschall oder gar einer Biopsie der Prostata erfolgen!

 

3. Warum können die Werte erhöht sein?

Ein erhöhter PSA-Wert kann viele Ursachen haben:

  • Es kann eine gutartige, altersbedingte Prostatavergrößerung (BPH = Benigne Prostatahyperplasie) vorliegen.
  • Ursache kann auch eine Entzündung der Harnwege oder der Prostata (Prostatitis) sein.
  • Natürlich kann auch Prostatakrebs eine PSA-Erhöhung verursachen.
  • Hinweis: Medikamente gegen eine gutartige Prostata-Vergrößerung können zu niedrigeren Messergebnissen führen.

 

4. Ab wann ist ein PSA-Wert „zu hoch“?

Diese Frage lässt sich so nicht beantworten. Wir haben gesehen, dass ein erhöhter PSA-Wert viele Ursachen haben kann und deshalb allein als solcher noch nicht krankhaft ist. Er ist jedoch ein wichtiger Mosaikbaustein bei der Untersuchung durch den Arzt. Ein erhöhter PSA-Wert deutet jedoch meist auf eine Veränderung der Prostata hin, ist also ein Hinweis, dass mit der Vorsteherdrüse etwas nicht stimmen könnte und somit abgeklärt werden sollte.

Normalerweise gilt ein PSA-Wert unter 2 (ng/ml) als nicht abklärungsbedürftig. Werte zwischen 2 und 4 werden allgemein als kontrollbedürftig eingestuft, und für Werte über 4 sollte unbedingt die Ursache gefunden werden.

Genauso wie ein erhöhter PSA-Spiegel nicht automatisch krankhaft ist, ist ein niedriger Wert nicht immer ein Freibrief, denn es gibt auch tückische Fälle, in denen ein Prostatakrebs kein erhöhtes PSA bildet.

Viel wichtiger als ein einzelner isolierter PSA-Blutwert sind deshalb regelmäßige PSA-Kontrollen, die dem Arzt Auffälligkeiten aufzeigen und Hinweise geben können. So ist z.B. ein stetiger Anstieg des PSA-Wertes auch schon in unteren Bereichen auf jeden Fall verdächtig. Bei einer Abklärung kann ein Prostatakrebs oft schon so früh gefunden werden, dass er gut behandelbar und auch heilbar ist. Deshalb wird empfohlen, regelmäßige PSA-Kontrollen ab dem 40. Lebensjahr vornehmen zu lassen.

 

5. Was ist der PSA-Quotient?

Normalerweise wird im Labor das Gesamt-PSA bestimmt. Zusätzlich kann man aber auch den PSA-Quotienten bestimmen lassen, indem man das „freie PSA“ durch das „Gesamt-PSA“ dividiert. Je weiter dieser Quotient unter 20% liegt, desto größer wird der Verdacht auf ein Prostatakarzinom. Umgekehrt bedeutet das: Je höher der Quotient über 20% liegt, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine nicht so bösartige Erkrankung handelt.

Aber auch hier gilt die Regel: Nur regelmäßige PSA-Kontrollen können dem Arzt Hinweise und Auffälligkeiten aufzeigen!

 

6. Kann man Prostatakrebs nur über den PSA-Wert sicher erkennen?

Wir haben gesehen, dass die Höhe des PSA-Blutwertes durch vieles beeinflusst werden und unterschiedliche Ursachen haben kann. Deshalb ist ein PSA-Wert allein nur wenig aussagekräftig; er gibt einen Hinweis und steht immer im Zusammenhang mit anderen Untersuchungsmethoden. Letztlich gibt es nur eine einzige sichere Methode, den Prostatakrebs zweifelsfrei zu diagnostizieren, nämlich die sogenannte „Stanzbiopsie“, wobei es manchmal nicht einfach ist, die vom Krebs befallenen Stellen auch zu finden. Das vom Urologen entnommene Gewebe wird von einem Pathologen untersucht, der dann die Diagnose stellt und auch Aussagen darüber treffen kann, wie groß und bösartig der Krebs ist.